Sonntag, 16. Dezember 2007

Komischer Name

In Deutschland leben 2 bis 3 Millionen deutschstämmige Migrantinnen und Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie werden als Aussiedler, Spätaussiedler, Deutsche aus Russland oder einfach Russlanddeutsche bezeichnet. Schätzungsweise 10 Prozent von ihnen haben eine mennonitische bzw. plautdietsche Familiengeschichte. Zu dieser letzten Gruppe der Russlandmennoniten gehöre ich auch.

In diesem Blog möchte ich immer wieder mal das eine oder andere rund um die Russlanddeutschen schreiben - etwa einen kleinen Veranstaltungsbericht, Hinweise auf Artikel über Russlanddeutsche in der Presse, Kommentare zu Ereignissen, Büchern, Personen. Und was mir sonst noch so einfällt. Das Buch Ritas Leute von Ulla Lachauer wäre zum Beispiel ein tolles Buch zum Thema. Oder was die Autorin so über die Russlanddeutschen in der ZEIT schreibt...

Das Etikett Russlanddeutscher oder Aussiedler mag etwas merkwürdig, komisch oder nicht ganz korrekt erscheinen. Hat sich aber irgendwie durchgesetzt. Ich find's in Ordnung. Bin ja schließlich auch einer. Wäre ich allerdings in Kasachstan oder Kirgisistan geboren, oder wie meine Eltern in der Ukraine oder in Georgien, dann würde mich die Bezeichnung Russlanddeutscher vielleicht auch stören...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Kommen da irgendwann noch weitere Einträge? Werde hier sicherlich immer wieder mal reinschauen!

Anonym hat gesagt…

uuwHabe vor kurzem einen Romen über einen (ungewöhnlichen) Russlandsdeutschen gelesen. Sehr empfehlenswert! "Heimat ist ein Paradies" von V. Streck (www.streck.info). Ein etwas anderer Roman, der auch die Einheimischen interessiert.

Waldemar hat gesagt…

Die Bezeichnung "Russlanddeutsche(r)" ist historisch bedingt und bezieht sich auf Russland vor 1917. Denn vor etwa 200 Jahren waren die Deutschen nach Russland in den damaligen Grenzen (ins Russische Reich) ausgewandert und nicht in das heutige Russland, Kasachstan, Kirgisien oder Ukraine. Daher sind die Deutschen, die heute aus der Russischen Föderation, Kasachstan, Kirgisien oder Ukraine nach Deutschland kommen, historisch gesehen, immer noch "Russlanddeutsche". Als Beleg dazu kann die Tatsache dienen, das die Nachkommen der Russlanddeutschen, die vor etwa 100 Jahren und später nach Nord- und Südamerika ausgewandert waren, sich immer noch als "Russian German" ("Russlanndeutsche") bezeichnen.

Anonym hat gesagt…

ich glaube, um allen Deutschen zufriedenstellen, wäre die Bezeichnung ,,Russischsprechendedeutsche" die einzige richtige. Letztendlich, das ist das einziges Kriterium, das die Deutsche aus verschiedenen Länder verbindet.

MfG
Eugen

Anonym hat gesagt…

,,Russischsprechendedeutsche" ??

also ich kann kein russisch sprechen obwohl ich aussiedlerin bin.. meine muttersprache ist deutsch und in unserem dorf in sibierien wurde auch fast nur deutsch gesprochen..

das war ja nicht überall so.. und oft wurde auch mit russen geheiratet.. das heisst es wurde gemischt.. bei mir ist das nicht so.. meine ganze familie ist deutsch... hier kann man nochmals differenzieren